Warum Delaware und nicht Nevada, Florida oder Kalifornien

Gründungsstaat

Fünfzig Bundesstaaten, fünfzig Gesellschaftsrechte — und für einen europäischen Gründer kommen davon eine Handvoll überhaupt in Betracht.

Wir gründen in Delaware. Diese Seite sagt, warum, und was gegen die drei Staaten spricht, die sonst am häufigsten genannt werden.

Stand: 28. August 2026

Warum die Auswahl klein ist

Nicht jeder Bundesstaat eignet sich für einen Gründer, der nicht in den USA lebt. Drei Gründe schließen die meisten aus:

  • Auflagen an die Geschäftsführung. Manche Staaten lassen Nicht-Amerikaner die Leitung einer Gesellschaft nicht übernehmen.
  • Veröffentlichungspflichten. In New York muss eine neu gegründete LLC sechs Wochen lang in Zeitungen bekannt gemacht werden — ähnlich dem deutschen Bundesanzeiger, nur teurer.
  • Jahresgebühren. Sie reichen von wenigen hundert Dollar bis zu Beträgen, die eine kleine Gesellschaft nicht trägt.

Delaware

Delaware hat mit dem Delaware General Corporation Law ein eigenes, sehr weit ausgebautes Gesellschaftsrecht — und, was seltener erwähnt wird und mehr wiegt, ein eigenes Gericht dafür.

Der Court of Chancery entscheidet gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten, und zwar ohne Geschworene. Über Jahrzehnte ist daraus ein Bestand an Entscheidungen gewachsen, der kaum eine Frage offen lässt. Das ist der eigentliche Grund, aus dem so viele Gesellschaften dort eingetragen sind: nicht Steuervorteil, sondern Berechenbarkeit. Für die Ansiedlungswirkung günstiger Rechtsformen hat sich in Europa der Begriff Delaware-Effekt eingebürgert.

Praktisch heißt das für Sie:

  • Die Gründung ist von jedem Ort der Welt aus schriftlich möglich.
  • Eine Person genügt. Sie kann President, Treasurer und Secretary in einem sein.
  • Kein Mindestkapital. Üblich sind 1.500 Aktien ohne Nennwert; das ausgewiesene Aktienkapital beträgt dann null Dollar.
  • Der Zweck darf breit gefasst sein und muss nur dem Recht von Delaware entsprechen.
  • Auf Einkommen, das außerhalb des Staates erzielt wird, erhebt Delaware keine Ertragsteuer.

Was Delaware jährlich verlangt

PostenBetragAnmerkung
Franchise Tax, Mindestbetrag175 USDAuthorized Shares Method, bei bis zu 5.000 Aktien
Jahresbericht50 USDFür jede nicht befreite inländische Corporation
Zusammen mindestens225 USDFällig bis zum 1. März für das Vorjahr
Bei Versäumnis200 USDZuschlag, dazu 1,5 % Zinsen je Monat

Die Franchise Tax hängt an der Zahl der genehmigten Aktien, nicht am Gewinn. Wer 5.000 Aktien oder weniger vorsieht, zahlt den Mindestbetrag. Wer großzügig aufsetzt, zahlt mehr — nach oben ist bei 200.000 Dollar Schluss. Deshalb setzen wir die Aktienzahl bewusst niedrig an, wenn nichts dagegen spricht.

Die Beträge sind am 28. August 2026 bei der Division of Corporations des Staates Delaware nachgesehen. Was sonst noch jährlich zu tun ist, steht bei den laufenden Pflichten.

Die sechs Staaten, die sonst genannt werden

Jeder von ihnen hat einen Ruf, und bei den meisten hält er einer Nachrechnung nicht stand. Was sie tatsächlich verlangen:

StaatWas der Staat verlangtWarum wir dort nicht gründen
DelawareAuf Gewinn aus Geschäft im Staat selbst 8,7 Prozent — auf Einkommen von außerhalb nichts. Dazu die Franchise Tax: bei einer Corporation ab 225 Dollar, bei einer LLC 400 Dollar im Jahr.Hier gründen wir. Steht zum Vergleich in der Tabelle.
WyomingKeine Abgabe auf den Gewinn. Stattdessen eine jährliche Lizenzsteuer, die am Vermögen hängt: 60 Dollar oder zwei Zehntel eines Promille auf das in Wyoming eingesetzte Vermögen — je nachdem, was höher ist. Wer dort kein Vermögen hat, zahlt 60 Dollar.Billiger als Delaware, und das ist der einzige Vorteil. Es gibt kein eigenes Gesellschaftsgericht und entsprechend wenig entschiedene Rechtsprechung. Banken und Zahlungsdienstleister kennen Delaware.
NevadaKeine Abgabe auf den Gewinn. Dafür die Commerce Tax auf den Umsatz in Nevada, sobald er vier Millionen Dollar im Geschäftsjahr übersteigt, dazu eine Abgabe für die Geschäftslizenz.Wirbt mit Vertraulichkeit. Die Gebühren für Aktien mit Nennwert steigen dafür deutlich, und die Umsatzabgabe trifft, wer erfolgreich ist.
TexasKeine Abgabe auf den Gewinn. Dafür die Franchise Tax auf die Marge: 0,75 Prozent, im Handel 0,375 Prozent. Erst ab 2.650.000 Dollar Umsatz fällt überhaupt etwas an.Für kleine Gesellschaften rechnerisch günstig. Die Erklärung ist trotzdem jedes Jahr abzugeben, auch wenn nichts zu zahlen ist — und die Berechnung der Marge ist alles andere als einfach.
FloridaFünfeinhalb Prozent auf den Gewinn.Eine eigene Ertragsteuer des Staates, und ein anderes Regelwerk für jede Frage, die später aufkommt.
New MexicoEine eigene Ertragsteuer auf den Gewinn.Wird für die niedrigen Gründungsgebühren und die knappen Offenlegungspflichten empfohlen. Beides betrifft den ersten Tag, nicht die zehn Jahre danach.
KalifornienHohe Landeseinkommensteuer, dazu eine Mindestabgabe von 800 Dollar im Jahr — unabhängig davon, ob Gewinn erzielt wurde.Naheliegend im Technologiebereich, und der teuerste Staat in dieser Tabelle. Die 800 Dollar fallen auch im Verlustjahr an.
New YorkEine neu gegründete LLC muss sechs Wochen lang in Zeitungen bekannt gemacht werden.Ähnlich dem deutschen Bundesanzeiger, nur teurer. Die Kosten dafür übersteigen die Gründung selbst.

Alle Beträge und Sätze am 2. September 2026 an der Quelle nachgesehen: im Delaware Code, in den Statuten von Wyoming und Florida sowie bei den Finanzverwaltungen von Nevada und Texas. Was sich nicht belegen ließ, steht hier nicht.

Ein Wort zu Wyoming, weil es am häufigsten empfohlen wird

Der Preisvorteil ist echt. Sechzig Dollar im Jahr gegen vierhundert in Delaware, das sind über zehn Jahre dreieinhalbtausend Dollar. Wer nur das rechnet, kommt zu Wyoming.

Was dabei untergeht, ist der Grund, aus dem Delaware Delaware ist. Nicht die Steuer, sondern das Gericht: Der Court of Chancery entscheidet gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten seit über zwei Jahrhunderten und ohne Geschworene. Daraus ist ein Bestand an Entscheidungen gewachsen, in dem fast jede Frage schon einmal beantwortet wurde. Wyoming hat das nicht.

Solange nichts passiert, merkt man den Unterschied nicht. Er zeigt sich, wenn ein Gesellschafter aussteigen will, wenn ein Investor einsteigt, wenn zwei Beteiligte sich uneinig sind — und dann ist er die dreieinhalbtausend Dollar wert. Für eine Gesellschaft, die nur eine Beteiligung hält und nie eine Auseinandersetzung sehen wird, kann Wyoming die richtige Wahl sein. Sagen Sie es uns, dann rechnen wir es durch.

Die Wyoming-Werbung verspricht daneben Vertraulichkeit. Was ein Register zeigt und was Banken, Zahlungsdienstleister und die eigene Steuerverwaltung ohnehin erfahren, sind zwei verschiedene Dinge. Wer eine amerikanische Gesellschaft von Österreich, Deutschland oder der Schweiz aus führt, hat sie hier zu erklären — daran ändert kein Gründungsstaat etwas.

Wenn Ihr Vorhaben für einen anderen Staat spricht, sagen Sie es uns. Wir gründen im Regelfall in Delaware, weil es für die allermeisten Fälle die berechenbarste Wahl ist — nicht, weil sonst nichts ginge. Alles außerhalb Delawares besprechen wir vorher und rechnen es durch.

Die Bundessteuer gilt überall gleich

Unabhängig vom Bundesstaat zahlt die Corporation dem Bund 21 Prozent Körperschaftsteuer auf ihren Gewinn — ein fester Satz seit dem 1. Januar 2018, keine Staffel. Der Bundesstaat kommt dazu oder eben nicht; das ist der Unterschied, um den es auf dieser Seite geht.

Die zweite Hälfte der Rechnung steht ohnehin nicht in den USA. Ob und wann ein Gewinn in Ihrem Wohnsitzstaat zu versteuern ist, entscheidet dessen Recht. Das gehört vor die Gründung.

Der nächste Schritt

Was eine Corporation ist, steht auf der Seite zur Rechtsform; die Alternative dazu ist die LLC. Was die Gründung bei uns kostet, steht in der Leistungsübersicht.

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